Schulterstabilisierung

Die Gründe für eine Schulterinstabilität mit wiederholten Luxationen (Ausrenkereignissen) des Schultergelenks können vielfältig sein.

Nicht selten kommt es zu traumatischen (unfallbedingten) Luxationen der Schulter im Rahmen von Sturzereignissen (Treppensturz mit Festhalten am Geländer, Sportunfall).
Ein zweiter häufiger Grund der Schulterinstabilität ist eine anlagebedingte Laxität (Dehnbarkeit) der Schultergelenkskapsel. In diesem Fall liegt eine über die Norm hinaus reichende Dehnbarkeit von Kapsel und Bändern der Schulter vor. Dies kann das Ausrenken der Schulter bereits bei kleineren Unfällen begünstigen.
Das Wiedereinrenken des Gelenkes gelingt oft selbsttätig, teils muss es von einem Arzt vorgenommen werden.

Anatomie und Entstehung von Schulterluxationen:

Die Gelenkpfanne des Schultergelenkes ist umfangen von einer bindegewebigen Gelenklippe (sog. Labrum glenoidale), die wie eine stabilisierende Leitplanke für den Oberarmkopf wirkt. Bei einem Ausrenken der Schulter wird diese Gelenklippe vom Rand der Schultergelenkspfanne abgerissen. Diese Verletzung heilt in den meisten Fällen nicht von allein aus. Da von nun an eine instabile Situation besteht kommt es zu wiederkehrenden Luxationen der Schulter, im Extremfall schon bei Alltagsbewegungen, wie dem morgendlichen Strecken im Bett oder beim Husten.

Anatomie des Schultergelenks

Da bei jedem Luxationsereignis der Knorpelüberzug am Oberarmkopf Schaden nimmt, wurde Ihnen die arthroskopische Stabilisierung des Schultergelenks empfohlen.

Das Wesen des Eingriffs besteht in der Rekonstruktion der Gelenklippe an ihrem natürlichen Ort. Dies geschieht minimalinvasiv über 3 kleine Schnitte (je ca. 1cm). Die Gelenklippe wird an ihren Bestimmungsort zurückgebracht und dort mit kleinen Implantaten (Fadenanker) fixiert. Diese Implantate lösen sich nach einigen Jahren von selbst auf und müssen daher nicht entfernt werden. Im Falle einer zu weiten Gelenkkapsel wird diese zusätzlich gerafft um eine optimale Stabilität des Schultergelenks zu erreichen.

Schaden am Labrum Bohrloch an der Gelenkpfanne Setzen des Fixationsankers mit Fäden
Schaden am Labrum Bohrloch an der Gelenkpfanne Setzen des Fixationsankers mit Fäden
Fixationsanker in der Gelenkpfanne fertige Labrumrekonstruktion 
an der vorderen Gelenkpfannenkante
Fixationsanker in der Gelenkpfanne fertige Labrumrekonstruktion an
der vorderen Gelenkpfannenkante

Abhängig von den individuellen Faktoren Ihres Gelenkes (Rissgröße der Gelenklippe, Mitbeteiligung der langen Bicepssehne etc.) dauert eine arthroskopische Schulterstabilisierung ca. 45 – 60 Minuten. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Um eine Heilung der rekonstruierten Gelenklippe zu ermöglichen, muss eine teilweise Ruhigstellung der Schulter für eine bestimmte Zeit erfolgen. Dies richtet sich nach den in der Operation vorgefundenen Gegebenheiten und wird nach dem Eingriff individuell mit Ihnen besprochen.

Die Nachbehandlung verläuft nach einem detaillierten Schema. Um ein optimales Behandlungsergebnis des Einriffs zu erzielen, werden Sie gebeten, sich exakt daran zu halten. Sie erhalten nach dem Eingriff einen gesonderten Ausdruck des Nachbehandlungsschemas als „Gebrauchsanweisung“ Ihrer Schulter für Ihren Krankengymnasten.
Ein wichtiger Punkt bei Eingriffen an der Schulter ist die Nachbehandlungszeit. Bitte erwarten Sie von dem Eingriff keine unmittelbar einsetzenden Wunder! Eine Rekonvaleszenz von mehreren Wochen ist normal und kann auch durch beste OP-Technik und intensive Krankengymnastik nicht verkürzt werden. Schultern brauchen Zeit zu heilen, Geduld in der Rehabilitation ist daher sehr wichtig.