Meniskusverletzung

Anatomie, Funktion und Entstehung von Meniskusverletzungen:

Der Meniskus besteht aus zwei halbmondförmigen Scheiben aus Faserknorpel. Jeweils eine davon befindet sich auf der Innen- und der Außenseite Ihres Kniegelenks. Faserknorpel ist ein äußerst widerstandsfähiges Material, das sich künstlich vom Menschen, trotz langjähriger Forschung, nicht herstellen lässt.
Die Funktion des Meniskus besteht aus Pufferung und Stabilisation des Kniegelenks. Ihr Kniegelenk ist kein „ideales“ Gelenk wie beispielsweise ein Türscharnier. Die Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel passen hinsichtlich ihrer Formgebung nur unzureichend zueinander. Diese Ungleichheit (die verschiedenen Krümmungsradien) der Gelenkpartner wird durch die Menisken ausgeglichen. Der Meniskus fungiert also als Puffer und schützt so den Gelenkknorpel.

Meniskus - Anatomie

Intakter Meniskus

Verletzungen des Meniskus können auf Verschiedenen Wegen entstehen:

Vor allem bei Jungen Menschen entstehen Meniskusrisse häufig im Rahmen von Sportverletzungen. Verdrehtraumen des Kniegelenks z.B. beim Skifahren oder beim Fußball gehen häufig mit Kniebandverletzugen und Rissen der Menisken einher.

Kleiner Meniskusriss Korbhenkelriss des Innenmeniskus
Kleiner Meniskusriss Korbhenkelriss des Innenmeniskus

Weitaus häufiger sind jedoch verschleißbedingte (degenerative) Verletzungen des Meniskus. Da der Meniskus eine mechanisch hoch belastete Struktur in Ihrem Kniegelenk darstellt, kommt es im Laufe des Lebens zu degenerativen Veränderungen und schließlich zu Einrissen, vor allem im Bereich des hinteren Anteils des Innenmeniskus. Hierbei handelt es sich meist nicht um einen sauberen, geraden Riss, sondern um eine komplexe Zerstörung des Meniskusgewebes.

Da bei derartigen Veränderungen die Schutz- und Pufferfunktion nicht mehr gegeben ist, und vor allem, weil Schmerzen bei Belastung und Drehbewegungen Ihres Kniegelenkes entstehen, ist die operative Sanierung zu empfehlen.

Degenerative Mensikusveränderung

Therapie von Meniskusverletzungen:

Beim jungen Patienten mit unfallbedingten Meniskusrissen wird der Meniskus wenn möglich im Rahmen eines arthroskopischen Eingriffs genäht.

Innenmeniskus nach Naht

Liegt allerdings ein verschleißbedingter Schaden vor, so muss der zerstörte Meniskusanteil möglichst sparsam im Rahmen einer Gelenkspiegelung entfernt werden. Es handelt sich hierbei um einen vergleichsweise kleinen Eingriff mit überschaubaren Risikofaktoren und kurzer Rekonvaleszenz.

Meniskus nach Glättung und Teilentfernung

Abhängig von einigen individuellen Faktoren Ihres Gelenkes (Ausmaß des Risses, Knorpelzustand etc.) dauert eine arthroskopische Meniskusteilentfernung ca. 15-20 Minuten. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Am Ende des Eingriffs wird evtl. eine Drainage, ein dünner Schlauch der überschüssiges Wundsekret ableitet, in Ihr Kniegelenk eingelegt. Diese wird am nächsten Tag im Rahmen des Verbandswechsels entfernt.

Die Nachbehandlung verläuft nach einem detaillierten Schema. Um ein optimales Behandlungsergebnis des Eingriffs zu erzielen, werden Sie gebeten, sich exakt daran zu halten. Sie erhalten nach dem Eingriff einen gesonderten Ausdruck des Nachbehandlungsschemas als „Gebrauchsanweisung“ Ihres Kniegelenkes für Ihren Krankengymnasten.