Kalkschulter
Schulterschmerzen werden nicht selten von Kalkeinlagerungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette hervorgerufen.
Anatomie und Funktion der Rotatorenmanschette:
Die Rotatorenmanschette besteht aus verschiedenen Muskelendsehnen die den Oberarmkopf umgreifen und Motor der Schulter darstellen. Vereinfacht dargestellt besteht die Rotatorenmanschette aus drei funktionell bedeutsamen Sehnen: der Subscapularissehne, der Supraspinatussehne und der Infraspinatussehne.
Der Schulter vorn aufliegend ist die Subscapularissehne, die den Arm nach innen dreht. Unter dem knöchernen Schulterdach, oben auf der Schulter verläuft die Supraspinatussehne. Diese führt den Arm seitlich vom Körper weg. Die Infraspinatussehne liegt der Schulter hinten auf und dreht den Arm nach außen.

Lokalisation und Therapie der Kalkeinlagerung:
In der Supraspinatussehne sind die Kalkeinlagerungen am Häufigsten lokalisiert. Der Grund für dieses Geschehen und entsprechende Risikofaktoren (wer bekommt eine Kalkschulter und wer nicht?) sind nicht vollständig geklärt. Die Kalkeinlagerung verursacht eine Reizung der Sehne und des umgebenden Schleimbeutels. Es resultiert eine eine chronische, oft auch hochakute und sehr schmerzhafte Schleimbeutelentzündung unter dem knöchernen Schulterdach.

Röntgen mit rundlichem Kalkdepot
Haben die im Vorfeld durchgeführten konservativen Therapiemassnahmen nicht die gewünschte Beschwerdebesserung ergeben, ist eine operative Sanierung der Schulter angezeigt.
Die Entfernung der Kalkeinlagerung geschieht im Rahmen eines arthroskopischen Eingriffs. Das Wesen der Operation besteht zunächst aus der Entfernung des Schleimbeutels unter dem knöchernen Schulterdach mit einem Spezialinstrument. Mittels einer Elektrode wird anschließend eine Verödung der feinen Nervenenden im Schulterdach vorgenommen. Schließlich wird das Kalkdepot eröffnet, der Kalk entfernt und aus der Schulter gespült.
Abhängig von einigen individuellen Faktoren Ihres Gelenkes (Ausmaß der Schleimbeutelentzündung etc.) dauert eine arthroskopische Kalkentfernung ca. 30 – 45 Minuten. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Am Ende des Eingriffs wird ggf. eine Drainage, ein dünner Schlauch der überschüssiges Wundsekret abfördert, in Ihr Schultergelenk eingelegt. Diese wird am nächsten Tag im Rahmen des Verbandswechsels wieder entfernt.
Die Nachbehandlung verläuft nach einem detaillierten Schema. Um ein optimales Behandlungsergebnis des Einriffs zu erzielen, werden Sie gebeten, sich möglichst exakt daran zu halten. Sie erhalten nach dem Eingriff einen gesonderten Ausdruck des Nachbehandlungsschemas als „Gebrauchsanweisung“ Ihrer Schulter für Ihren Krankengymnasten.
Ein wichtiger Punkt bei Eingriffen an der Schulter ist die Nachbehandlungszeit. Bitte erwarten Sie von dem Eingriff keine unmittelbar einsetzenden Wunder! Eine Rekonvaleszenz von einigen Wochen ist normal und kann auch durch beste OP-Technik und intensive Krankengymnastik nicht verkürzt werden. Schultern brauchen Zeit zu heilen, Geduld in der Rehabilitation ist daher sehr wichtig.
